Umzug!

Achtung: ich ziehe um nach http://in-di-go.blogspot.com

dort geht es in Kürze weiter mit allerlei irrem Geschreibsel…

Facebook als Sterbehilfe

Gerade schlürfte ich einen Kaffee hinunter und sogleich fingen meine Hirnwindungen an, sich um sich selbst zu schlängeln, gewagte akrobatische Bewegungen auszuführen und ich wurde wie magisch an den Laptop gezogen, um etwas niederzuschreiben. Um ganz ehrlich zu sein, ist es mir schon gestern Nacht im Bett, kurz vor dem Schlafengehn eingefallen und ich habe dann beschlossen, es am nächsten Morgen – sprich, jetzt – nochmal aufzutauen und darüber nachzudenken. Folgendes kam dabei heraus:
Ihr kennt ja alle Facebook. Dieses Unternehmen wünscht sich immer eindringlicher den völlig „gläsernen Benutzer“, wie es gestern in den Nachrichten hieß. Soll heissen: Die Benutzer dieses sozialen Netzwerks werden dazu animiert immer mehr persönliche Informationen preiszugeben und zwar an möglichst viele andere. Kurz und knapp gesagt: Die Privatssphäre eines Facebooknutzers wird in Zukunft kaum mehr dem entsprechen, was wir eigentlich unter dem Begriff „Privat“ verstehen. Vielen ist das egal oder sie nehmen es in Kauf, um weiter Facebooken zu können. Andere finden es grauenhaft und sehen den totalen Überwachungsstaat um die Ecke lauern.
Ich, für meinen Teil, möchte an diesem sonnigen Tage den Sachverhalt mal von einer ganz anderen, eher unkonventionellen Seite beleuchten. Manch einer würde es sicher auch als abwegig oder gar als Mumpitz bezeichnen, was nun folgt:

Schauen wir doch mal genauer hin, was passiert da eigentlich, wenn wir unsere Privatssphäre (nicht nur durch Facebook) verlieren? Ist das wirklich unbedingt etwas Unangenehmes?

Wenn es so abläuft, dass die Bürger eines Staates alles persönliche von sich brachliegen haben, und eine Regierung diese Informationen beliebig verwenden kann, ohne dabei selbst die Hüllen fallen zu lassen, dann: Ja!
Das ist dann nicht fair. Entweder alle oder keiner!
Wobei wir direkt bei einer weiteren Möglichkeit sind: Was wäre eigentlich, wenn jeder alles über jeden wüsste? Wenn wir gewissermaßen telepathisch verbunden wären und dadurch so etwas wie Privatssphäre einfach gar nicht entstehen könnte. Auch nicht für einen Staat. Ich möche noch weiter gehen und die Frage stellen, ob es nicht sogar das Private ist, das unsere derzeitige, miese zwischenmenschliche Situation zu verantworten hat. Wenn wir alles übereinander wüssten, gäbe es dann auch so viele Missverständnisse? Würden wir uns dann nicht anders verhalten, irgendwie verständnisvoller?
Was geschieht eigentlich nach dem Tod? Vielleicht werden wir rücksichtslos aus unserer eigenen kleinen Gedankenwelt herausgerissen und in den großen Pool, ins Licht, ins Sichtbare und Durchschaubare, zum ganzen Rest des lebendigen Universums geschmissen, wo wir uns dann zwangsläufig mit der Non-Privatität konfrontiert sehen. Wären wir dann lieber besser darauf vorbereitet?

Unter diesen Umständen – aber nur unter diesen – könnte man das zunehmende Abhandenkommen des privaten Lebens als eine hilfreiche Entwicklung sehen. Aber dazu muss man in der Lage sein, über sein menschliches Dasein hinaus zu sehen und zu erkennen, was für einen Nutzen das für den unendlichen Geist, auf seiner Wanderschaft durch das Universum, haben könnte. Vielleicht sollen wir mit den aktuellen Ereignissen auf dem Planeten auf unsere weitere Reise vorbereitet werden und missinterpretieren sie als etwas Unerwünschtes. Wer weiß das schon alles so genau…

Gedanken nach dem Aufstehen

Dieser Davis wurde ja hingerichtet. Ich fass es einfach nicht. Da protestiert die halbe Welt dagegen, Zeugen nehmen ihre Aussagen zurück und Leute wie der dämliche Gouverneur von Georgia bleiben stur. Letztendlich sind sie die wahren Mörder in diesem Prozess. Die Befürworter der Todesstrafe. Der Gouverneur, die Eltern des erschossenen Polizisten. Wie kann es für Letztere eine Genugtuung sein, wenn unter Umständen der Falsche hingerichtet wurde? Wahrscheinlich musste mal wieder ein Exempel statuiert werden.
Aber ihr habt ja nicht etwa geglaubt, dass wir uns gerade in rosigen Zeiten suhlen? Schon lange nicht mehr…
Alleine in den letzten hundert Jahren. Da war dieser eine Weltkrieg. Und der reicht nicht, die Leute brauchen einen zweiten, um ihre Phantasien ausleben zu können. Denn zum Menschsein gehört ja auch, brutal und gnadenlos sein. Oder etwa nicht?
Und dann schreien sie: Nie wieder Krieg! Ja klar, Leute, auf keinen Fall, ne? Jetzt ham wa’s geschafft, jetzt fallen wir auf nichts mehr rein!
Doch dann spinnen die Russen und die Amis. Denn die haben sich noch nicht im geringsten ausgetobt! Und erst die Chinesen!
Plötzlich gibt es überall den Fernseher und die Nachrichten. Die Leute sollen etwas Bestimmtes denken und Anderes nicht denken? Kein Problem, wir bringen die Nachrichten! Denn keiner Autorität wird mehr Vertrauen geschenkt, als den seriösen Nachrichten!
Und für die heute aufwachsenden Kinder sind der Fernseher und der schnell vertraute Nachrichtenmann nichts Neues, aufregendes mehr. Sie begegnen diesem Phänomen nicht als erwachsene, reflektierende Menschen. Für sie ist es von vornherein etwas Alltagsbegleitendes.
Sie können uns jetzt alles erzählen und die große Masse, die so darum bemüht ist, die Schule, die Uni, den Arbeitstag rumzukriegen, hat nicht mal mehr wenn sie wollte genug Zeit darüber nachzudenken. Den Wahrheitsanspuch der Nachrichten vielleicht in Frage zu stellen. Denn die Anforderungen in der Arbeitswelt sind schon für die kleinsten so hoch.

Wie leicht das Volk auch heute noch zu mobilisieren ist, kann man hervorragend bei dem Experiment „Fußballweltmeisterschaft“ beobachten. Gib ihnen einen Anlass durch die Medien, durch das Fernsehen, durch den Führer, und sie werden folgen.
Die meisten.

Aber was erzähl ich euch…

500 Jahre Till Eulenspiegel

Ich habe es zufällig erfahren: Till Eulenspiegels Geschichte gibt es seit ungefähr 1511. Also seit 500 Jahren. Ich bin begeistert von dieser literarischen Figur, von der man sich ja nicht sicher ist, ob sie nicht tatsächlich existiert hat.

Till Eulenspiegel, der stets eine Narrenkappe trägt, hält seinen Mitmenschen, vielleicht gewissermaßen unter dem Schutz seiner Kappe, den Spiegel vor. Er spielt ihnen Streiche, vor allem, indem er geläufige, bildlich zu verstehende Sprichwörter nur allzu wörtlich nimmt.

Ich bin allgemein sehr angetan von der Persönlichkeit des Narren und so möchte ich hier kurz dem Till alles Gute zum Geburtstag wünschen. Oder besser gesagt dem Buch über ihn. Denn Eulenspiegel selbst soll laut dem bis heute unbekannten Autor bereits im Jahre 1300 geboren worden sein.

Alles Gute, Till, wie alt auch immer du nun bist!

Gelöschte Kommentare

Mir ist gerade aufgefallen, dass viele Leute versucht haben, Kommentare zu schreiben. Diese wurden durch einen Spamfilter automatisch aussortiert und gelöscht. Schade, ich hätte sie gerne hier stehen gehabt. Jedenfalls habe ich sie alle zur Kenntnis genommen. Vielen Dank =)

Eltern töten ihre Kinder aus Versehen?

Ich gehe davon aus, dass wir uns unsere Welt, alles, was uns widerfährt, jedes noch so unbedeutend erscheinende Ereignis, selbst erschaffen. Durch jene beiden Dinge, die wir Gedanken und Gefühle nennen. Vielleicht ist es beides ein und das selbe, beides ein nicht ganz durchsichtiger Brei, mit dem wir uns, gewollt oder ungewollt, bewusst oder unbewusst durch unser Leben manövrieren.

Je fester wir an etwas glauben – nein, falsch ausgedrückt – je fester wir von etwas überzeugt sind, denn glauben reicht nicht, desto eher wird es sich vor uns, für uns manifestieren. Anders gesagt: Ich denke, also wird es.
Nach dieser meiner Überzeugung ist es sogar möglich, bei der nächsten Ziehung im Lotto zu gewinnen – sofern jeder kleinste Zweifel daran, dass es sich so zutragen wird, beseitigt wurde. Und genau hierin liegt das Problem. Wem gelingt es schon, wirklich jeden Zweifel zu beseitigen, gerade wenn es etwa darum geht, dass man in ein paar Tagen zum Millionär werden oder dem Traumpartner begegnen soll?
Viel leichter fällt es da doch einem Jeden, den unangenehmen Dingen Energie zu geben, auf dass sie sich entfalten, den unerwünschten, aber unbewusst herbeigedachten Zukunftversionen Kraft zu geben… „Na sicher, ich habe mal wieder nichts gewonnen, war doch klar, wie konnte ich nur daran glauben, scheiss Gewinnspiele!“

Was aber hat das nun mit Eltern zu tun, die ihre Kinder töten?
Diese Verknüpfung zog ich vorhin, bereits im Bett liegend und ich bin extra nochmal aufgestanden, um meine Gedanken aufzuschreiben.
Wer um alles in der Welt macht sich mehr Sorgen um dich, als deine dich wirklich liebenden Eltern? Wer, wenn nicht ehrlich liebende Eltern, malen sich die übelsten Horrorszenarios aus, in denen ihr Kind zu Grunde gehen könnte? Ich kann nur meine Eltern als hervorragendes Beispiel heranziehen, vermute aber irgendwie, dass ich in diesem Fall mit einer Verallgemeinerung bei einem nicht zu verachtenden Prozentsatz richtig liege.
Schneiden sich die Eltern damit ins eigene – und vor allem in MEIN und DEIN Fleisch? Erschaffen sie, sich Zuhause Sorgen machend, während du in der großen, weiten Welt umherschweifst, das Szenario für deinen Untergang? Sie meinen es sicherlich gut. Aber da ich ja so überzeugt bin, von der Anfangs erwähnten Ansicht, macht es mir manchmal Sorgen, wenn ich daran denke, meine Eltern machen sich Sorgen. Und wer weiß, vielleicht begehe ich dadurch ja auch indirekt Selbstmord?
Na… jetzt aber gute Nacht!

Der Wahnsinn

Neulich erzählten mir meine Eltern zum wiederholten Male von ihrer ersten und bisher einzigen Erfahrung mit „Magic Mushrooms“, die sie vor vielen Jahren auf Bali eingenommen hatten. Dabei wurde auch, wie es für Eltern so üblich ist, auf die Gefahr hingewiesen, man könne von solch einem Trip „nicht mehr zurück kommen“. Und sogleich fiel mir auf, wie ich von diesem Thema, dem Thema „Verrücktwerden“, doch gefesselt und fasziniert bin, welch großen und wichtigen Teil meiner Gedanken es einnimmt und welche Gefühle in mir aufkommen, wenn ich darüber nachdenke.
Es ist zumeist ein Gefühl, welches irgendwie der Wut oder aber auch Verachtung ähnelt. Zugleich ist es gewissermaßen ein Gefühl der Fassungslosigkeit und des Unverständnisses. Na, um nicht zu sehr in Metaphern abzurutschen: Ich checks einfach nich, warum ich immer wieder hören oder lesen muss, wie ahnungslos viele Menschen dem Wahnsinn gegenüberstehen.
Es ist sehr gut möglich, dass ich mich wiederhole, doch zu diesem Thema kann ich nicht genug beitragen…

So oft rätsele ich, zum Beispiel nach Amokläufen oder sonstigen aussergewöhnlichen Ereignissen, bei denen jemand als wahnsinnig bezeichnet wird, über das Unverständnis der Menschen – wie sie es nicht fassen können, dass andere Menschen durchdrehen. Wie sie verzweifelt nach den Ursachen suchen.
Im Grunde ist es doch so einfach: Das, was wir für normal halten, ist das Verrückte! Das, was wir „Wahnsinnig-werden“ nennen, bedeutet, sich dessen bewusst zu werden. Sich darüber bewusst zu werden, dass im Grunde etwas Anderes normal und natürlich ist. Etwas Anderes, als es der Großteil der Menschheit aus kulturbedingter Nachahmung auslebt.
Es ist nicht unbedingt etwas Angenehmeres. Es ist eben die Natur der Dinge. Und diese ist unberechenbar, undurchschaubar und vor allem kennt sie keine Regeln. Wenn eben diese Natur durchbricht, wenn sie in die Höhe geschossen kommt, wie ein unter Wasser gedrückter Heliumballon, dann wundern sich die Menschen, wie kraftvoll sie sich doch entfalten kann. Doch es wird schön fleissig weiter gedrückt, bzw unterdrückt, so dass es kein Wunder ist, wenn sich die Entladung dann teilweise sehr unangenehm gestaltet.

Wie ich auch in anderen Blogeinträgen schon schrieb: Wir kommen natürlich auf die Welt. Und sofort wird diese Natürlichkeit unterdrückt, sofort muss sie weichen, sofort muss sich der neue Geist anpassen, um mitleben zu können. Nicht alles ist schlecht, vieles, was die älteren Menschen, die schon länger auf dem planeten sind, lehren, dient ja vor allem dazu, zusammen leben zu können. Aber es sind durch die Anpassung, oder „falsche“ Erziehung, so viele wertvolle geistige, und empathische Eigenschaften verloren gegangen. Stichwort Thelepathie und solche sachen.
Warum bloss verstehen so viele nicht, dass dieser, der von den Erwachsenen übernommene Geisteszustand, diese Art zu denken, das Unnatürliche und wenn man den Begriff verwenden möchte, das „Kranke“ ist? Warum bloss nicht?

Also: Wenn man heutzutage verrückt wird, bedeutet dies im Wesentlichen eigentlich nur, dass einen die Erkenntnis heimsucht, in einer Welt zu leben, die von Verrückten bevölkert und regiert wird, die es verstehen, alle Nicht-verrückten als verrückt zu deklarieren und auszusondern.

Aus gegebenem Anlass und falls eine Behörde mitliest: Ich plane keinen Amoklauf! Es ist lediglich so, dass ich mich nicht wundere, wenn manche Menschen aufgrund der Unterdrückung vor Wut platzen. Die Natur lässt sich nicht lange einsperren. Und viele Menschen sind sich nicht bewusst darüber, dass wir alle Eins sind, so dass ein Ausbruch der Natürlichkeit sich leider in Hasstaten äussern kann.

Schöne Neue Welt

Wenn die Grundannahme ist, dass es einen allumfassenden Geist gibt, der gleichzeitig alles ist, dann ist jeder Teil dieses Geistes, also wir – ich und du und alles Existierende, bei jeder Begegnung dabei, ein angenehmes oder ein unangenehmes Universum zu schaffen.

Wir begegnen nicht irgendwelchen anderen Leuten/Wesen/Tieren im Laufe unseres Lebens, wir begegnen die ganze Zeit uns selbst. Wenn wir uns selbst begegnen und in die Quere kommen, anstatt weiterzuhelfen dann halten wir uns selbst auf. Nicht irgendjemand anderen, jemand anders ist immer wir selbst auf einem anderen Weg.
Begünstigen wir den Verlauf des Weges eines uns begegnenden, dann begünstigen wir unseren eigenen Weg – den in einer parallel ablaufenden Dimension, in der wir uns ebenfalls bewegen – als der, der uns begegnet.
Selbstlose, aufopferungsvolle, wirkliche Hilfe, allen anderen gegenüber, denen wir begegnen, kann uns demnach unseren Weg als kosmischen Geist erleichtern. Wir dürfen nicht alles nur aus einem der unendlichen Blickwinkel wahrnehmen. Wir können den Weg angenehm und erfüllend gestalten. Jemand, der selbstlos helfend durch die Welten des Universums zieht, gestaltet ein Paradies. Wenn alle Daseinsformen mit dieser helfenden Art durchlebt würden, würde man in jeder Dimension nur noch auf aufopferungsvolle Hilfe, Mitgefühl, Verständnis und Wohlwollen treffen. Jeder von uns.

Leichter geschrieben als umgesetzt. Bitte stell dir mich nicht so vor, dass ich aufopferungsvoll helfend durch die welt ziehe.

Zusammenfassend hab ichs mal so ausgedrückt:
Alles ist eins, jeder Mensch ist das EINE, nur auf einem anderen Erfahrungsweg. Steht man einem anderen Menschen gegenüber, so steht man sich selbst gegenüber, dem Selbst, das man wäre, würde man den selben Weg beschreiten, die selben Erfahrungen durchleben wie das Gegenüber.

Stellt euch vor…

Die welt ist ein Traum und wenn ich schon unpassenderweise auf Worte zurück greifen muss, um dies näher zu erläutern, dann hört es sich für mich grade am passendsten an, es als „von Gedanken geschaffene Materie“ oder so zu bezeichnen.
Was könnte man aktiv tun, um sich dies bewusst zu machen? Vielleicht die Wahrnehmung des eigenen Körpers, des eigenen Standpunktes und Sichtfeldes verändern. Einen kleinen Denksprung.
Man schaut durch die Augen in die Welt hinein und denkt, hinter einem wäre der Teil des Raumes, dem man gerade den Rücken zuwendet. Eine Wand. Ein Baum. Ein Fluss. Irgendwas, wovon man überzeugt ist, dass es hinter einem ist.
Diese Denkillusion bereitet uns das Gefühl, tatsächlich in diesem Raum zu sein, den wir (teilweise) vor uns sehen. Dabei ist das, was wir sehen, das einzige, was wirklich sichtbar ist und als anfassbare Welt wahrgenommen wird. Das, was man nicht sieht, ist der Bereich des Bewusstseins, unser Geist. Die Geistige Welt, die uns alle verbindet. In ihr stecken unendlich viele potentielle Welten, die entstehen können, die quasi zu unserem Sichtfeld werden können. Solange man fest davon überzeugt ist, eine bestimmte Welt/ einen bestimmten Raum zu sehen, wird man diesen, wenn man sein Sichtfeld ändert, selbstverständlich zu sehen bekommen. Die Überzeugung ist die antreibende Kraft für Entstehung von sichtbaren Welten. Im Geistigen ist alles unfassbar, hochkomplex und undurchschaubar. Wenn man hinter sich greift, um zu ertasten, ob da wirklich das ist, was man denkt, dann beruht das Ertasten auch auf reiner Überzeugung.

Wer sich das vorstellen kann, bekommt ein anderes Gefühl der Wahrnehmung des Geistigen. Eines, das wir vielleicht hatten, als wir ganz kleine Kinder waren. Ich habe jedenfalls irgendwie das Gefühl. Ganz sicher bin ich mir nicht, denn viel zu früh kamen die Erwachsenen und wollten, dass ich ihr Weltbild verinnerliche. Habe zuviel vergessen.

Warum darf ich das nicht mehr?

Och wie süß! Schau mal, wie putzig! Mehrere Erwachsene mit leuchtenden Augen stehen über einem Baby, das sich auf dem Boden wälzt, die Arme angewinkelt hat wie ein Hündchen und mit großen, verdrehten Augen durch die Gegend schielt, während es Gaga-Laute von sich gibt. Putzig, oder? hm.
Was aber wenn ich das nun tue? Was, wenn ich mich auf dem Boden wälze und unverständliches Zeug brabbel, während mir der Sabber aus dem Mundwinkel läuft und ich laute Lach- und Jauchzkrämpfe kriege? Wie viele Meter Abstand werden die gleichen Menschen, die bewundernd um das Baby stünden einhalten? Wie anders werden sie über mich denken?
Wenn ich mitbekomme, wie ein Baby oder ein Kind liebevoller behandelt wird als ein Erwachsener, der sich ebenso kindlich verhält und zwar allein aufgrund der Tatsache, dass das Kind noch jung und neu auf dieser Welt ist und der Erwachsene nicht mehr, breitet sich in mir das Gefühl aus, dass etwas ungerechtes geschieht. Wir sind alle Lebewesen, egal ob groß, klein, jung oder alt. Doch gerade in puncto Lebendigkeit mangelt es kulturbedingt vielerorts.
Kinder sind noch natürlicher als die heutigen Erwachsenen, es spricht auch nichts dagegen, sie süß zu finden. Aber warum ist es verpönt, als Erwachsener Mensch zu seiner Natur zurück zu finden, indem man alte, längst abgelegte Verhaltensweisen wieder aufnimmt? Und wir alle haben uns sabbernd auf dem Boden gewälzt! Ausnahmslos! Warum habt ihr damit aufgehört? Sehr alte, senile Menschen tun dergleichen auch oft wieder, verwandeln sich zurück in das Menschentier.. Aber was ist diese Phase dazwischen? Warum habt ihr eine Sprache gelernt? Und das sitzen auf Stühlen am Tisch?
Hättet ihr es auch angefangen, hättet ihr euer Verhalten auch verändert, wenn nicht die Erwachsenen zu euch gekommen wären und euch gedrängt hätten es zu tun? Wenn ihr in einer Welt nur mit gleichaltrigen, ebenfalls neugeborenen Kindern gelebt hättet? Wie hättet ihr euch dann entwickelt? Was hättet ihr von euch aus für Verhaltensweisen angenommen? In was haben uns die Erwachsenen damals hineingebettet? Wären wir ohne sie besser oder schlechter dran? Was beschert uns deren Kultur, die wir nun als unsere eigene ausleben?
Fragen über Fragen…